Kinoimschlosshof
   

Transit
Eine Geschichte über Flucht und Liebe

Die deutschen Truppen stehen vor Paris. Georg, deutscher Flüchtling, entkommt im letzten Moment nach Marseille. Im Gepäck hat er die Hinterlassenschaft des Schriftstellers Weidel, der sich aus Angst vor seinen Verfolgern das Leben genommen hat: Ein Manuskript, Briefe, die Zusicherung eines Visums durch die mexikanische Botschaft.
In Marseille darf nur bleiben, wer beweisen kann, dass er gehen wird. Visa für die möglichen Aufnahmeländer werden gebraucht, Transitvisa, die raren Tickets für die Schiffspassage. Georg erinnert sich der Papiere Weidels und nimmt dessen Identität an. Er taucht ein in die ungefähre Existenz des Transits. Flüchtlingsgespräche in den Korridoren des kleinen Hotels, der Konsulate, in den Cafés und Bars am Hafen. Er freundet sich mit Driss an, dem Sohn seines auf der Flucht gestorbenen Genossen Heinz. Wozu weiterreisen? Lässt sich anderswo ein neues Leben beginnen?
Alles verändert sich, als Georg die geheimnisvolle Marie trifft und sich in sie verliebt. Ist es Hingabe oder Berechnung, die sie ihr Leben vor der Weiterreise mit dem Arzt Richard teilen lässt, während sie gleichzeitig auf der Suche nach ihrem Mann ist? Der, so erzählt man, sei in Marseille aufgetaucht, in Besitz eines mexikanischen Visums für sich und seine Frau.

Zum Film

Transit basiert auf dem 1942 in Marseille entstandenen gleichnamigen, autobiografisch geprägten Roman der exilierten Schriftstellerin Anna Seghers (1900-1983). Regisseur Christian Petzold verschränkt in seinem toll besetzten Drama  Transit elegant Vergangenheit und Gegenwart. So schafft er aktuelle Bezüge und verdeutlicht die Gemeinsamkeiten damaliger und heutiger Heimatloser. In einer atemberaubenden, fast schwebenden Begegnung des historischen Stoffs mit der Gegenwart des heutigen Marseille erzählt Christian Petzold die Geschichte einer grossen, fast unmöglichen Liebe zwischen Flucht, Exil und der Sehnsucht nach einem Ort, der ein Zuhause ist.
Petzold rekonstruiert dabei die Historizität des Erzählten, indem ein Off-Erzähler das Geschehen mit Seghers-Sätzen kommentiert. Matthias Brandt spricht diesen Erzähler, der sich als Besitzer eines Restaurants entpuppt, in dem Georg oft zu Gast ist.
In den Hauptrollen spielen Franz Rogowski (European Shooting Star 2018) und Paula Beer (nominiert zum Europäischen Filmpreis für ihre Hauptrolle in François Ozons "Frantz").

 

Drehorte: Deutschland, Frankreich 2018
Laufzeit: 101 Minuten
Verleih: Look Now
Regie: Christian Petzold
Musik: Stefan Will 
Darsteller: Franz Rogowski, Paula Beer, Godehard Giese, Lilien Batman, Maryam Zaree, Barbara Auer, Matthias Brandt, Sebastian Hülk, Emilie de Preissac, Antoine Oppenheim, Louison Tresallet, Justus von Dohnàny, Alex Brendemühl, Trystan Wyn Puetter, Ronald Kukulies
Altersempfehlung:  12/10
DF/df


Webseite
Facebook
Director's statement
Entstehungsgeschichte
Interview mit Regisseur
Personen
Filmbulletin
Pressestimmen

Trailer Originalsprachen, deutsche Untertitel