Kinoimschlosshof
   

In den Gängen
Wo Gabelstapler Walzer tanzen

Christian ist neu im Grossmarkt. Schweigend taucht er in das unbekannte Universum ein: die langen Gänge, die ewige Ordnung der Warenlager, die surreale Mechanik der Gabelstapler. Bruno, der Kollege aus der Getränkeabteilung, nimmt sich seiner an, zeigt ihm Tricks und Kniffe, wird ein väterlicher Freund. Und dann ist da noch Marion von den Süsswaren, die ihre kleinen Scherze mit Christian treibt. Als er sich in sie verliebt, fiebert der ganze Grossmarkt mit. Doch Marion ist verheiratet – nicht sehr glücklich, wie es heisst. Plötzlich ist sie krankgeschrieben.

Mit In den Gängen öffnet Thomas Stuber den Blick für die Lebenswelt eines einfachen Angestellten in der ostdeutschen Provinz. In streng kadrierten Bildern entfaltet sich eine Choreografie von Menschen und Dingen, Realität, Sehnsucht und Traum. Alltägliches verwandelt sich in magischen Realismus, der über die zarte Liebesgeschichte hinaus vorsichtig auf das Prinzip Hoffnung verweist.

„In den Gängen ist ein Film, der voller Leben steckt, was sich schon in der Anfangsszene zeigt: Zu Walzerklängen bewegt sich das Stapler-Ballet geradezu anmutig durch die verlassenen Gänge des Grosshandels und erinnert uns zurück an die ikonische Szene aus Stanley Kubricks Science-Fiction-Meisterwerk 2001: A Space Odyssey. Das Potenzial, das der Mikrokosmos Supermarkt als Schauplatz in sich birgt, wird in der Folge von Regisseur Thomas Stuber voll ausgeschöpft. Wir werden mit kauzigen Gestalten, persönlichen Schicksalen und den kleinen Freuden, die der Arbeitsalltag bereithält, vertraut gemacht. Sei es das Naschen der Ausschussware oder die gemeinsame Zigarette auf der Toilette, der Film punktet durch seine Einfachheit. Dabei lässt In den Gängen die Bilder ihre eigene Sprache sprechen: Eine Sprache voller Melancholie, Wehmut aber auch Lebensfreude.“ Cineman

Regisseur Thomas Stuber schrieb gemeinsam mit Clemens Meyer das Drehbuch zum Film. Es basiert auf Meyers gleichnamiger Kurzgeschichte «In den Gängen», die er 2008 in seinem Erzählband «Die Nacht, die Lichter» veröffentlichte. Der Autor hatte selbst drei Jahre als Gabelstaplerfahrer in einem Grossmarkt gearbeitet. 2015 erhielten die beiden für das Filmskript bereits den Deutschen Drehbuchpreis.

 

Drehort: Deutschland 2018
Laufzeit: 125 Minuten
Verleih: Xenix Films
Regie: Thomas Stuber
Darsteller: Sandra Hüller, Franz Rogowski, Peter Kurth, Henning Peker, Ramona Libnow, Andreas Leupold, Gerdy Zint, Steffen Schult, Michael Specht, Clemens Meyer, Sascha Nathan, Matthias Börner, Robert Carlo Ceder
Altersempfehlung:  12/14
Sprache: D


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