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Séraphine
Die im Wahnsinn gemalten Bilder der Séraphine Louis oder malen auf Befehl der Engel

1912 zieht der deutsche Kunstsammler Wilhelm Uhde in das Städtchen Senlis, um sich dem Schreiben zu widmen und sich vom hektischen Leben in Paris zu erholen. Als Haushälterin stellt er die widerborstige und unscheinbare Séraphine ein.

Séraphine verdient nicht viel, nimmt als Nahrung die Essensreste anderer ein und gibt ihr ganzes Erspartes für Pinsel und Leinwand aus, um sich in der Nacht ihrer Lieblingsbeschäftigung, dem Malen, zu widmen. Da sie sich Farben nicht leisten kann, holt sie sich die Farben aus der Natur.

Eines Tages entdeckt Uhde bei Nachbarn eine kleine Malerei, die ihn sogleich fasziniert. Zu seiner grossen Überraschung stellt sich heraus, dass das Bild von seiner Haushälterin Séraphine gemalt worden ist. Von den unkonventionellen Werken begeistert, beschliesst der Kunstkenner Uhde, der als Entdecker von Picasso und Rousseau gilt, die eigenwillige und von ihren Mitmenschen belächelte Séraphine zu fördern.

Séraphine erzählt die tragische und doch schöne Geschichte der Séraphine Louis, welche 1864 in Frankreich zur Welt kam und deren bunte Bilder nach ihrem Tod in verschiedenen Museen Frankreichs ausgestellt wurden (wo sie auch heute noch zu bestaunen sind), nachdem sie von Kunstsammler Wilhelm Uhde noch zu Lebzeiten entdeckt worden war. Sie gilt als eine der grössten naiven Maler der Welt und hat es reichlich verdient, dass man ihr nach etlichen Jahren endlich einen Film widmet, wofür sich ihr leidvolles Leben mit täglichen Erniedrigungen und ihrer tiefen sozialen Stellung auch sehr gut eignet. Der Film ist eindrücklich, berührt mit dem traurigen Schicksal und Ende der talentierten, aber vom Wahn getriebenen Séraphine und erfreut mit seinen wundervollen, teilweise bunten Bildern.

In Frankreich avancierte der Film innert kurzer Zeit zum Publikumsliebling und gewann 2009 sieben César - darunter diejenigen für die Beste Regie, das Beste Drehbuch sowie den Besten Film. Yolande Moreau gewann für ihre zu recht gefeierte Interpretation der Séraphine den César für die Beste Hauptdarstellerin.

Hochkarätige Kunst, wunderschöne, kräftige Bilder und eine aussergewöhnliche Geschichte.


Drehort: Frankreich, Belgien 2008
Laufzeit: 125 Minuten
Verleih: Xenix Films
Regie: Martin Provost
Drehbuch: Sherry White
Musik: Mike Galasso
Darsteller: Yolande Moreau, Ulrich Tukur, Anne Bennent, Geneviève Mnich, Adélaïde Leroux, Nico Rogner, Françoise Lebrun, Hélène Hardouin, Serge Larivière, Léna Breban, Sandrine Bodenes, Muriel Riou, Dominique Pozzetto, Josette Ménard, Xavier Pottier, Jean-Pascal Abribat, Anne Benoît, Corentin Lobet, Serge Gaborieau, Rosine Favey
F/d
Altersfreigabe: 12/10


Filmbericht in der NZZ
Uhde schreibt über Séraphine Louis
Das Leben der Künstlerin
Presse und Kritik

Trailer Deutsch

Trailer Original (französisch) mit englischen Untertiteln