Kinoimschlosshof
   

 

 

Walter Pfeiffer . Chasing Beauty
Personen im Film über Walter Pfeiffer

Urs Stahel, Kurator, Autor
Walter Pfeiffer ist für mich wie eine Reinkarnation aus einer früheren Zeit, als man die Schönheit noch ernst genommen hat. Er nimmt die Schönheit ernst, verfolgt sie, für ihn ist sie ein wichtiges Ausdrucksmittel. Es ist Oberfläche und Tiefe zugleich, Existenz und Dekoration, und es ist die pure Freude am Spiel mit Formen, mit Farben, wie eine Feier des jungen, sich entwickelnden Lebens. Auch wenn er uns wie ein Zauderer vorkommt, ist er in seiner Kunst extrem lebensbejahend.

Gus Wüstemann, Architekt
Walti ist ein Gefühlsmensch, kreativ, mit solchen Leuten arbeitet man gern. Keine Vorurteile, es geht um den Menschen. Es geht nicht darum, wer man ist, woher man kommt oder welche Neigungen man hat. Er hat nie fragen müssen, das sieht man auf all diesen Bildern, die Leute sind, wie sie sind. Die Nackten wollten nackt sein, das ist klar. Irgendwie ging das Posieren weiter, er hat es irgendwie geschafft, dass man immer für ihn posiert hat.

Beda Achermann, Art Director
Das ist ein Walti-Bild, mehr Walter geht nicht. So einfach: Kopf unten, Po oben, die Streifen. Obwohl das Foto für Strümpfe wirbt, kann ich es in seine Kunst einreihen. Das ist ganz wichtig.

Beat Ingold, Inhaber einer Gerüstbaufirma
Klar wollte er immer mehr Haut sehen. Das wurde freundschaftlich geklärt. Er wusste, dass ich ein Frauenheld war und auf schöne Girls stand. Das war ihm völlig klar. Clever wie er war, bezog er die Umstände ein. Ich war Rettungstaucher, also wollte er mich im Tauchanzug sehen. Einen Tauchanzug muss man an- und ausziehen, also machte er Fotos davon, ohne dass ich es merkte. Das war "part of the game".

Michelle Nicol, Kunstvermittler
Walter kam auf mich zu und sagte, er brauche noch zeitgenössische nudes, Aktfotos. Ich sagte selbstverständlich zu. Ich kenne ihn und wusste, das geht schnell und wird lustig. Ich besorgte ein paar Pelzmäntel, high heels hatte ich genug zuhause. Ich wusste auch, dass er keinen entblössenden Blick hat, sondern einen im bestmöglichen Licht darstellen wird.

Shirin Azari
Walter ist der erste Mensch, der mich wirklich erkannt hat und mir Selbstbewusstsein gegeben hat, dass ich schön bin, dass ich talentiert bin, und dass ich ihn immer wieder inspiriere. Das verbindet uns sehr eng miteinander.
Irgendwann hat er mir gesagt, ich sei seine Muse. – Ich? Ich hab gesehen, man muss sich das auch verdienen, eine Muse zu werden.

Andreas Mossner, Watchmaker
Er war stockschwul, das war jedem klar, und wir machten uns auch lustig über ihn. Aber er überschritt nie eine Grenze. Wenn etwas passiert wäre, hätte sich das in der Clique herumgesprochen, dann wäre er gebrandmarkt gewesen. Da war nie etwas. Meine Eltern, beide Juristen, waren anfangs etwas misstrauisch, vertrauten mir aber. Sie lernten Walti dann kennen und freuten sich über ihn, als guten Künstler. Er hatte ein gutes Verhältnis zu meiner Familie. Walter kam sogar an meine Konfirmation.

Rolf Stürmer, Buchhändler, Autor
Er schöpft aus allem, was passiert, und das zeigt für mich, dass er ein Vollblutkünstler ist. Alles ist Inspiration für ihn, und er muss aus allem etwas machen. Besessenheit hat natürlich auch diesen neurotischen Beigeschmack aber – das weiss ich inzwischen – so muss ein Künstler sein. Ein Künstler, der nicht besessen ist, wird höchstwahrscheinlich wenig erreichen.

Martin Jaeggi, Autor, Kurator & Dozent
Cherchez la Femme haben wir gemeinsam editiert, auch die Idee dazu hatten wir gemeinsam. Wir fanden, dass man Walter als Fotografen schöner Jungs kennt, er ist aber auch ein guter Fotograf von Frauen. Eine gewisse spritzige Frivolität zeichnet dieses Buch aus, ein schöner Un-Ernst.

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SRF - Bericht und Sendung zum Film
Das Magazin - Eine Kolumne von Katja Früh

Schumacher über Pfeiffer

Walter Pfeiffers Weg
Regisseur Iwan Schumacher

NZZ - Artikel über W. Pfeiffer
Watson - Artikel über W. Pfeiffer
Das Pfeiffersche Fieber - Look Now