Kinoimschlosshof
   

 

 

Walter Pfeiffer . Chasing Beauty
Der Mann, der das Schöne jagt

Er jagt der Schönheit hinterher, ist mit Pinsel und Stift ebenso unterwegs wie mit der Kamera. Seine Inspirationsquellen sind die Natur, elegante Frauen, junge Männer. Walter Pfeiffer ist einer der eigenwilligsten, kreativsten Kunstschaffenden der Schweiz In einem Alter, in dem sich andere zur Ruhe setzen, gelingt dem Schweizer Fotografen Walter Pfeiffer der Durchbruch als international anerkannter Künstler und Modefotograf. In «Chasing Beauty» spricht er mit Witz und Leichtigkeit über sein Leben und Werk. Der Film ergründet Wesen und Motivation des Mannes, der Modefotografie zur Kunst erhob.

Erst 2001 gelang Walter Pfeiffer mit einem Fotobuch der grosse Durchbruch – mit 55 Jahren. Ein später Lohn für die vorherige, jahrzehntelange Arbeit. Dabei wurden Pfeiffers männliche Aktbilder zunächst als Schmuddelware unter dem Ladentisch gehandelt, bis Museumsdirektoren die ästhetischen Bilder entdeckten. Das Porträt Walter Pfeiffer – Chasing Beauty beleuchtet Leben und Werk des in Zürich lebenden Künstlers.

Wie Walter Pfeiffer ist auch der Regisseur des Films, Iwan Schumacher, ein begnadeter Fotograf. Das Porträt profitiert vom offenen Wesen und entwaffnenden Charme Pfeiffers. Mit seiner ehrlichen Art und vor allem dem trockenen Humor hat er die Sympathien der Zuschauer schnell auf seiner Seite. Hinzu kommt, dass er allerlei spannende Anekdoten aus seiner 45-jährigen Karriere zu erzählen hat. Ergänzt werden die Erinnerungen von Interviews mit ehemaligen Models. Einfache junge Männer von der Strasse, die der Fotograf bei seinen Streifzügen durch die Städte oft selbst entdeckte.Sie erzählen, was sie bewog, Walter Pfeiffer Modell zu stehen und was seine Bilder ihnen heute bedeuten. Einer der Männer erzählt vom Ärger mit den Eltern, da sich ihr Sohn von einem homosexuellen Künstler nackt fotografieren lässt. Die hohe ästhetische Qualität der Bilder mit der kunst- und stilvoll inszenierten Erotik überzeugte sie jedoch schnell. Ganz nebenbei erhalten wir so einen Einblick in vierzig Jahre Jugendkultur. Das spannungsvolle Verhältnis von Kunst und Mode, mit dem Pfeiffer souverän jongliert, wird von Weggefährten Pfeiffers aus beiden Welten reflektiert.

Der Film präsentiert den Fotografen auch häufig in seinem Element, hautnah und unverstellt: bei Foto-Shootings mit meist unerhört attraktiven, jungen Menschen. Im Studio oder im Freien blickt Schumacher ihm bei der Arbeit ausgiebig über die Schulter. Mit viel Bildwitz spielt er souverän mit Künstlichkeit und Wirklichkeit.

Dabei kommt immer wieder Pfeiffers angeborenes Leiden zum Vorschein: seine Hand zittert. Etwas, das ihn bei seiner fotografischen Arbeit eigentlich stark eingeschränkt. Umso beachtlicher ist, dass seine betörenden Bilder makellos und seine Motive stets sinnlich sowie einfallsreich in Szene gesetzt sind. Walter Pfeiffer – ein Mann, immer auf der Jagd nach dem Schönen und Ästhetischen.

Getragen wird der Film von Pfeiffers hintergründigem Humor, seiner Bodenständigkeit und Authentizität. Iwan Schumacher zeichnet das fesselnde Porträt eines Menschen mit bewundernswertem Mut zum Eigensinn.

Ein Teil unseres Kinoteams hat den Film gemeinsam im Rex in Bern angeschaut. Wir waren alle sofort begeistert und wussten: Diesen Film wollen wir zeigen. Er passt in unser Kino!

Drehort: Schweiz 2017
Laufzeit: 89 Minuten
Verleih: Look Now!
Regie: Iwan Schumacher
Drehbuch: Anja Bombelli, Martin Jaeggi, Iwan Schumacher
Musik: Victor Moser, Fabian Gisler
Ov/df
Altersfreigabe: 12/10


SRF - Bericht und Sendung zum Film
Das Magazin - Eine Kolumne von Katja Früh

Personen im Film über W. Pfeiffer
Schumacher über Pfeiffer

Walter Pfeiffers Weg
Regisseur Iwan Schumacher

NZZ - Artikel über W. Pfeiffer
Watson - Artikel über W. Pfeiffer
Das Pfeiffersche Fieber - Look Now

Trailer Original (französisch) deutsche Untertitel

Sendung SWR