Kinoimschlosshof
   

 

 

Jimmy's Hall
Gespräch mit dem Hauptdarsteller Barry Ward

Wer war Jimmy Gralton?

Er war ein freigeistiger und fortschrittlicher Mann aus Leitrim. Er wurde 1886 geboren und war sein ganzes Leben lang Bauer und Arbeiter. Er ist auch um die Welt gereist: er war in der amerikanischen Marine, er reist entlang der Ostküste des Kontinents von Kanada bis Südamerika, und es scheint, dass er sogar bis nach Kalkutta gekommen ist. Dann ist er nach Irland, in sein Heimatdorf in Leitrim zurückgekehrt, und hat eine Menge neuer Ideen, die er auf seinen Reisen aufgefangen hat, mit nach Hause gebracht. Dort hat er seinen Saal aufgebaut, weil er dachte, dass die Leute so etwas dringend brauchen würden. Und es hat ihm einen Riesenärger eingebracht.

Was für ein Mensch war er Ihrer Meinung nach, abgesehen von seinen politischen Überzeugungen?

Ich denke, dass er sehr aufgeklärter Mensch war, sehr sensibel angesichts menschlichen Leidens. Ich glaube sogar, dass es ihm physisch wehtat, wenn er sah, wie jemand ungerecht behandelt wurde. Er ergriff immer Partei für die Unterdrückten, und er war ein unglaublich grossherziger Mensch. Aus allen Dokumenten, die ich las, geht hervor, dass er permanent Geld spendete. Er hatte selbst nicht viel, doch als er aus den Vereinigten Staaten zurückkehrte, hatte er ein Grammophon und Schallplatten dabei, damit die Leute entdecken konnten, welche grossartige Musik am anderen Ende der Welt gemacht wurde. Da gibt es zum Beispiel dieses wirklich hübsche Detail, dass er, nachdem er ausgewiesen und in die USA deportiert worden war, den Leuten, die ihn auf der Flucht versteckt hatten, ein Päckchen Geld schickte – mit der ausdrücklichen Anweisung, mal richtig zu feiern!

Wie verliefen die Dreharbeiten?

Freunde von mir haben in The Wind That Shakes the Barley mitgemacht. Sie haben mit erzählt, wie die Dreharbeiten mit Ken Loach abliefen. Sie haben es geliebt. Folglich wusste ich also ungefähr, was mich  erwarten würde, selbst wenn das Drehbuch täglich schöne Überraschungen bereithielt. Das ist einer guten Darstellung sehr zuträglich, denn es ermöglicht den Schauspielern, wirklich in die Haut eines anderen zu schlüpfen und Gefühle in Echtzeit zu erfahren.

Hatten Sie zuvor schon mal eine ähnliche Rolle verkörpert?

Nein, dies ist meine erste grosse Kinorolle. Wie die meisten Schauspieler und Leute, die mit Film zu tun haben, war ich verrückt danach, mal mit Ken Loach arbeiten. Das war also ein Traumjob. Ich will erst gar nicht wissen, ob dies eine Auswirkung auf meine Karriere hat – ich begnüge mich damit, von dieser Erfahrung zu zehren. Davor hatte ich kleine Rollen im Fernsehen und im Kino. Es ist mein vierter oder fünfter Spielfilm, aber ich bin in den letzten drei, vier Jahren sehr viel im Theater aufgetreten. Ich habe vor allem in Dublin gearbeitet und hatte das Glück, in vielen Shows im Abbey National Theatre in Dublin mitzumachen.

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Geschichtlicher Hintergrund
Der Regisseur Ken Loach
Der Drehbuchautor Paul Laverty
DIe Hauptdarstellerin Simone Kirby
Filmbeschreibung zeit.de
Kritik und Presse