Kinoimschlosshof
   

Jimmy's Hall
Kritik und Presse

Auch bei seinem wahrscheinlich letzten Spielfilm arbeitete Regisseur Ken Loach mit seinem langjährigen Drehbuch-Autor Paul Laverty zusammen. Hintergrund sind die historischen Verwerfungen, die Irland in den vorhergehenden Jahrhunderten in Folge der britischen Besetzung erleben musste. Dabei zeigt sich die wache Gegenwärtigkeit dieses historischen Themas darin, dass der Kampf gegen britische Besetzer und die internen Feindschaften der Iren der nordirischen Situation der letzten Jahrzehnte zum Verwechseln gleicht. Auch wenn Stichwort wie „Los Angelisation“ oder „Need and Greed“ fallen, muss man an aktuelle Kulturkämpfe und die Bankenkrisen von heute denken.

Vor allem wirkt „Jimmy’s Hall“ aber emotional mit der Begeisterung und der Leidenschaft der „einfachen Menschen“ für Bildung und Kultur. Dieser andere Freiheitskampf gegen die Einheitsfront von Kirche, Grundbesitzern und Nationalisten ist ein Kampf, den selbst Loach und Laverty noch heute gegen die Rezeption ihrer Filme führen müssen: Wenn unterdrückte Figuren der Arbeiterklasse durchaus intelligent ihre Lage reflektieren, wird das von der Kritik immer wieder als „unglaubwürdig“ runtergemacht, wie beide bei der Premiere des Films in Cannes entrüstet erzählten.

Dass man den Menschen in „Jimmy’s Hall“ den Bildungshunger, die Lebenslust, den Kampfeswillen und das so aus der Mode gekommene solidarische Handeln glaubt, liegt auch am Star-freien aber hervorragenden und authentisch sprechenden Ensemble: Barry Ward empfiehlt sich als Jimmy für mehr. Simone Kirby fasziniert und irritiert, weil sie frappant wie eine etwas jüngere Juliane Moore aussieht. Besonders interessant ist Jim Norton in der Rolle der Gegenfigur Father Sheridan, denn letztendlich bleibt Jimmys integres Handeln auch beim intelligenten aber verhärteten Mann nicht ohne Folge.

Folgenlos wird auch der Kinobesuch in „Jimmy’s Hall“ nicht bleiben, denn Ken Loachs zeitloses Engagement für die unterdrückten und gar nicht so schwachen Menschen überall in der Welt ist eine seltene und um so wertvollere Erscheinung geworden. Die vielleicht letzte Gelegenheit, einen neuen Loach im Kino zu sehen, darf man sich nicht entgehen lassen. Programmkino.de, Günter H. Jekubzik

 

"Der Inbegriff eines Ken Loach Films: Menschlich, leidenschaftlich und einfühlsam, fröhlich und voller Leben." The Guardian

"'Jimmy’s Hall' ist geradezu überschwenglich: voller Musik, Witz und schöner Landschaften. Irishtimes.com

„Der 1936 geborene englische Filmemacher bleibt sich und seinen sozialistischen Überzeugungen auch in seinem jüngsten Film treu, wobei es ihm wiederum gelingt, sein politisch-gesellschaftliches Anliegen in eine Geschichte zu verpacken, die ohne Didaktik auskommt, dafür vor Lebensfreude und Gefühl nur so strotzt.“ NZZ

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Geschichtlicher Hintergrund
Der Regisseur Ken Loach
Der Drehbuchautor Paul Laverty
Der Hauptdarsteller Barry Ward
DIe Hauptdarstellerin Simone Kirby
Filmbeschreibung zeit.de