Kinoimschlosshof
   

Jimmy's Hall
Tanz auf dem Vulkan - die Geschichte des irischen Kommunisten Jimmy Gralton

Die Geschichte ist eigentlich unglaublich und doch wahr: Im August 1933 wird der Ire James Gralton seines eigenen Landes verwiesen. Ein einmaliger Vorfall! Dabei kam der Jimmy genannte James erst kurz zuvor aus New York zurück - in seine Heimat und zu seiner alten Mutter. Der Empfang der Freunde und Mitbewohner ist respektvoll. Und auch wenn Jimmy, dieser stille, ernste Mann, mit anderen in diesen baren Zeiten zum Torfstechen geht, die Jugendlichen, die ihn auf der Strasse ansprechen, machen seine besondere Position klar: Am Wegesrand liegt verlassen ein grosses Haus, die Pearse-Connolly Hall. Benannt wurde das Gemeindezentrum nach zwei der Anführer des Aufstandes von 1916, gebaut wurde es von Jimmy und seinen Freunden bevor er das erste Mal fliehen musste. Und dabei nicht nur seine Mutter, sondern auch seine Liebe Oonagh zurückliess.

Es dauert nicht lange, bis der weitgereiste Jimmy das Sozialzentrum wieder entstaubt und eröffnet. Es war ein Ort der freien Entfaltung und der Inspiration, ein Ort zum Träumen. Jung und Alt betreiben begeistert Volksbildung, lesen und interpretieren Yates, malen, singen und tanzen. Wobei die Pflege irischer Sprache und Traditionen eine besondere Rolle spielt. Doch auch Jazz wird von Jimmy importiert und mit grosser Leidenschaft angenommen. Unter der Lehrenden und Lernenden ist auch Oonagh, mittlerweile verheiratet und Mutter zweier Kinder. Beim ersten Tanzabend protokolliert der lokale Priester Father Sheridan die irrenden Schäfchen und liest am Morgen danach im Gottesdienst die Namen derer vor, die Jimmy’s Hall besucht haben. Eine persönliche und versöhnliche Visite Jimmys kann den Kirchenmann nicht von seiner extremistischen Position abbringen. Sowohl den nationalistischen als auch den kolonialistischen Parteien passt dieser Hort der Freiheit nicht ins Konzept von Konfrontation und Terror. Bald brennt der utopische Ort und Jimmy muss wieder fliehen.

JIMMY’S HALL schwelgt in der ausgelassenen Stimmung der jungen Freigeister und feiert ihren Mut, ihre Ideale gegenüber der erzkonservativen Kirche zu verteidigen.

Herausragende Darsteller, wunderbare Musik, eine packende Story: Ken Loach und sein Drehbuchautor Paul Laverty – zwei, die ihre Ideale nie verraten und wunderbare Filme wie «Looking for Eric» und «Angels‘ Share» realisiert haben – wissen auch in ihrem aktuellen Werk zu begeistern. Vom wahren Leben von James Gralton und den turbulenten Ereignissen im Irland der 1930er-Jahre inspiriert pendelt «Jimmy’s Hall» zwischen Zärtlichkeit und Zorn, ist voller Weisheit und schlitzohrigem Humor. Ein Film, der den Mut junger Frauen und Männer feiert, die ihre Ideale unbeirrt verteidigen – berührend, universell und zeitlos.

Drehort: GB/Frankreich 2014
Laufzeit: 109 Minuten
Verleih: Filmcoopi
Regie: Ken Loach
Musik: George Howe oder George Fenton
Drehbuch: Raul Laverty
Autor der Filmgeschichte: Donal O'Kelly
Besetzung: Barry Ward: James Gralton, Simone Kirby, Andrew Scott,  Jim Norton, Brían F. O’Byrne
E/df
DCP
Altersfreigabe: 6

Pressestimmen
Gespräch mit Ken Loach

Webseite

Geschichtlicher Hintergrund
Der Regisseur Ken Loach
Der Drehbuchautor Paul Laverty
Der Hauptdarsteller Barry Ward
DIe Hauptdarstellerin Simone Kirby
Filmbeschreibung zeit.de
Kritik und Presse

Trailer Original (englisch) deutsche Untertitel