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Jimmy's Hall
Der historische Kontext

Im Juni 1921, der Zeit des ausklingenden angloirischen Krieges, kehrt Jimmy Gralton aus New York in die Grafschaft Leitrim zurück. Mit dem Ende des Krieges treten dort die ungelösten Probleme der irischen Gesellschaft hinsichtlich des Landbesitzes, der Arbeiterrechte und der gesellschaftlichen Ungleichheit, wieder stärker hervor. Jimmy Gralton und seine Kameraden errichten die „Pearse-Connolly-Hall“, wo sie Tribunale aber auch Tanzveranstaltungen abhalten.

Am 6. Dezember 1921 unterzeichnen die Abgeordneten des Dáil (das Unterhaus des Parlaments) und die Briten den Anglo-irischen Vertrag und begründen den Freistaat Irland. Die Ratifizierung bestätigt jedoch die Teilung des Landes, dessen nördlicher Teil weiter unter britischer Herrschaft verbleibt. Im Juni 1922 droht aufgrund des Vertrages ein Bürgerkrieg. Jimmy Gralton und seine „Pearse-Connolly-Hall“ sind den Vertrags-Anhängern ein Dorn im Auge: Sie versuchen ihn zu verhaften, doch ihm gelingt die Flucht zurück nach New York.
Durch die politische Linie der Regierung und ihren Schulterschluss mit der katholischen Kirche verschlimmern sich die sozialen Probleme: die Lebensbedingungen der Arbeiterklasse und Farmer verschlechtert sich weiter und die soziale Ungleichheit nimmt zu.

1926 gründen der Republikaner Eamon de Valera und seine Anhänger die „Fianna Fáil“-Partei, die 1927 ins Parlament gelangt. Die Schwäche der anderen Oppositionsparteien nach Börsenkrach und Wirtschaftskrise 1929, sowie das Bekenntnis zur katholischen Kirche und den Prinzipien des Kapitalismus verschaffen der Partei Unterstützung aus allen Schichten der Gesellschaft. 1932 kommt die „Fianna Fáil“ an die Macht.

Im gleichen Jahr kehrt Jimmy Gralton nach Irland zurück. Dort nimmt er seine politischen Aktivitäten wieder auf: Er übt Druck auf die „Fianna Fáil“ aus, damit deren fortschrittliche Verprechen, etwa das Land den Landlosen zu überlassen, auch eingelöst werden. Und er baut auch die „Pearse-Connolly-Hall“ wieder auf, in der junge Leute Musik hören und tanzen können, und gibt den Ärmsten neue Hoffnung.

Durch den Eucharistic-Kongress 1932 in Dublin wird die Katholisierung des republikanischen Staates weiter unterstrichen. Die von der Kanzel herab diktierte Zensur und die Verdammung von Jazz, Tanz und „unzüchtiger Kleidung“ nehmen stetig zu. Immer wieder werden Versammlungen sozialistischer Aktivisten von gewalttätigen Antikommunisten attackiert, und auch die IRA bringt ihren linken Flügel zum Schweigen.

Jimmy Gralton wird in dieser angespannten Lage zur Zielscheibe von Kirche, Grossgrundbesitzern und dem konservativen IRA-Mitgliedern. Im Dezember 1932 wird die „Pearse-Connolly-Hall“ von Männern des rechten IRA-Flügels niedergebrannt. Im Februar 1933 wird gegen Gralton eine Ausweisungsverfügung ausgearbeitet und trotz der landesweiten „Gralton Defence“-Kampagne wird er im August 1933 in die USA deportiert.

Zeit online, Susanne Mayer

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Der Regisseur Ken Loach
Der Drehbuchautor Paul Laverty
Der Hauptdarsteller Barry Ward
DIe Hauptdarstellerin Simone Kirby
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