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Patti Cake$
Anmerkungen zum Cast

Um Patti zu verkörpern, mussten die Produzenten eine Schauspielerin mit passendem Look finden, die fähig ist die Verletzlichkeit und Ausdauer der Figur auf der Leinwand zu tragen. Geremy Jasper erklärt: «Patti ist äusserlich hart und sie flucht wie ein Droschkenkutscher, aber im Grunde versucht sie einfach, sich zu schützen. Sie hat die Sensibilität eines Poeten.» Der Regisseur suchte kein typisches Starlet und wollte keine bekannte Schauspielerin. Der Produzent Noah Stahl hatte Danielle MacDonald im Film «The East» entdeckt.

Er schlug Geremy vor, sie kennenzulernen. Theoretisch erfüllte Danielle nicht die erforderlichen Voraussetzungen, um Patti zu verkörpern. Sie ist Australierin, hat sich nie daran versucht, mit einem New Jersey Akzent zu sprechen, und brachte vor allem überhaupt keine musikalische Erfahrung mit. Jeremy Jasper: «Ich wusste weder, ob sie spielen konnte noch, ob sie tappen konnte. Aber sie hatte das Gesicht, das ich von Anfang an im Kopf hatte.»

Danielle fragte sich, weshalb der Regisseur ausgerechnet an sie dachte: «Die Rolle war so anders als alles, was ich vorher gemacht hatte. Es war gleichzeitig furchteinflössend und wahnsinnig cool. Ich ging nach Utah, um die Crew kennenzulernen. Zusammen haben wir die Figur entschlüsselt und das Drehbuch angepasst.»

Um denjenigen zu finden, der die Figur des Jheri, verkörpern würde – Vertrauter und bester Freund von Patti, der tagsüber als Verkäufer arbeitet und seine restliche Zeit als R&B Crooner verbringt – sah der Regisseur sich die Videos von «Dhananjay the First» auf WorldStarHipHop, einer Seite, auf der angehende Künstler ihre Videos posten, an. Dort stiess er auf einen jungen Studenten aus Süd-Asien, der R&B-Klassiker remixte.
In Geremys Augen ähnelt Siddharth im Leben stark seiner Figur im Film. Pattis Traum, ein Weltstar zu werden wird sich möglicherweise erfüllen, als Jheri und sie bei einem seiner Konzerte in der lokalen Kneipe auf den Punkrock und Antichristen Basterd treffen.

Mamoudzou Athie, der die Rolle des Basterd spielt, hat in Yale studiert und ist in den Augen des Regisseurs die genaue Antithese zu seiner Leinwandrolle: «Er ist ohne Zweifel ganz anders als Basterd. Ich war perplex, aber er konnte eine unbestreitbare Tiefe und Authentizität rüberbringen. Basterd hat die Bande zu seiner Familie gekappt, lebt als Einsiedler weit entfernt von der Zivilisation und ist, bevor er Patti und Jheri trifft, allein mit seiner Musik. Patti ist wohl die erste Person, die er überhaupt in sein Leben lässt.»

Pattis Mutter Barb ist eine wahre Naturgewalt, physisch und emotional einschüchternd. Geremy Jasper: «Um diese temperamentvolle Frau spielen zu können, brauchte es eine Schauspielerin, die Patti etwas entgegenzusetzen hatte. Ich suchte eine Schauspielerin, die gewagt und hemmungslos ist, fähig, die eigenen Grenzen auszuloten und sich ebenso roh ausdrückt wie Patti. Ich wollte keine Schauspielerin, die das Publikum schon kennt, und ich wollte eine, die den Frauen ähnelt, mit denen ich aufgewachsen bin. Ich habe Bridget Everett in «Inside Amy Schumer» gesehen und habe sofort zu mir gesagt: Ich habe Bart gefunden. Sie hatte die Musikalität und die Ausstrahlung, die ich gesucht hatte. Sie ist eine starke, sexy Frau, düster und schön. Man spürt den Schmerz und die Enttäuschung dieser Frau, die vor Leidenschaft auflodert, als sie in einer schäbigen Bar um die Ecke singt, zu Karaoke anstelle eines Orchesters.»

Nana, die Grossmutter, hat Patti aufgezogen und hat sie liebevoll mit der Aufmerksamkeit umsorgt, die ihre Mutter ihr nie geben konnte. Geremy Jasper: «Sie ist die klassische liebe Grossmutter, aber sie ist auch hart wie ein Stein. Sie hat eine total heisere Stimme und raucht und trinkt zu viel. Sie hat sich den Oberschenkelhals gebrochen, ist im Rollstuhl, sieht sich den ganzen Tag Gerichtssendungen an und nimmt zu viele Opiate. Sie macht sich ziemlich lustig über den Hip-Hop und die Musikszene, aber sie ist es auch, die Patti eine emotionale Stabilität gibt.»

Bevor er Cathy Moriarty angefragt hatte, war Geremy Jasper etwas nervös. Er hatte Angst, dass sie ablehnen würde: «Sie ist eine sehr schöne, elegante Frau. Ich überging einfach die Frage, ob sie akzeptieren würde, dass man sie zwanzig Jahre älter machen und sie in einen Rollstuhl setzen würde. Aber ich hatte bei einem meiner Kurzfilme schon mit ihr zusammengearbeitet und wusste, dass sie die für die Figur der Nana nötige Portion Humor und Brutalität mitbringt“.

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Regisseur und Hauptdarstellerinnen
Bericht in zeit.de