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Cherchez la Femme
Pressestimmen

Cherchez la femme ist eine jener Komödien, welche nicht auf reine Unterhaltung aus ist, sondern tatsächlich Informationen mitbringt und aktuelle Themen abhandelt. Hier sind es die Religion, der Glaube, die Islamisierung in Europa, aber hauptsächlich auch der Umgang mit dem Islam in der westlichen Welt. Die Divergenz zwischen Ost und West sowie zwischen Glaube und Atheismus werden verpackt in die irrwitzige Hülle der Komödie. Glaubwürdige Darsteller verhelfen zu einem gelungenen Filmerlebnis.

Nach zuletzt mehreren Dokumentarfilmen mit brisanten Themen, einigen Kurzfilmen als Editorin und der Dokumentation SOS Tehran als Autorin und Regisseurin, wagt sich Sou Abadi mit Cherchez la femme auf ganz anderes Terrain: in den Bereich der Komödie. Zwischen ihrem Erstlingswerk und dem neusten erlitt sie eine Depression. Nun also, knappe 16 Jahre später, realisiert sie ihren ersten fiktiven Film, erstmals keine Dokumentation über die gesellschaftlichen Strukturen im Iran, sondern Comedy.

Eine grosse Distanz, die es zu überbrücken gilt, denn Dokumentation und Komödie sind doch völlig verschiedene Genres. Abadi weiss aber bestens, wie eine Komödie funktionieren sollte, um den Zuschauern zu gefallen: In knappen 90 Minuten Laufzeit bringt sie es fertig, keine Langeweile aufkommen zu lassen und - was noch um einiges wichtiger ist -, die Zuschauer bestens zu unterhalten. Mit bissigem Humor nähert sie sich komplexen Problemen, kulturellen Unterschieden zwischen Frankreich und dem Iran, zwischen Ungläubigkeit und westlichen Einstellungen sowie tiefer Religiosität und fernöstlichem Fundamentalismus.

Der Humor, dessen sich Abadi bedient, ist bissig und teilt aus. Der Film geht kritisch ins Gericht mit radikalen Einstellungen, welche ohne Hinterfragen hingenommen und ausgelebt werden. Wenn Mahmoud Leila ihr Smartphone wegnimmt (zu westlich), um die Sim-Karte herauszunehmen und sie dann zu verschlucken, nur damit sie keinen Kontakt mehr zu Armand herstellen kann, ist dies beispielsweise bedenklich. Wenn Leila ihrem Bruder nach dem Verschlucken des Chips aber antwortet, er wisse schon, dass in einem Chip Schweinegelatine eingearbeitet sei und dieser in ein komplexes Dilemma kommt, ist Lachen garantiert.

Abadi zweifelt stets das blinde Verfolgen religiöses Wahns an und ist kritisch, ohne dabei verletzend zu werden - ein grosses Plus von Cherchez la femme.

Mit viel Hingabe agieren die drei Hauptakteure, so glaubwürdig verkörpern sie die unterschiedlichen Rollen. Auch wenn Félix Moati einen grossen Teil der Zeit unter dem Tschador steckt und nur die Augenpartie sichtbar bleibt, zeigt er dennoch eine imposante Vorstellung. Ebenso William Lebghil, welcher einen tief gespaltenen Mahmoud darstellt und die wohl grösste Wendung durchlebt. Aber auch Camélia Jordana macht einen guten Job.

Alles in allem bietet Cherchez la femme sehr gute Unterhaltung mit einem Bissen Sozialkritik, bissiger Comedy und viel Aktualitätsgehalt.

Outnow


« Frech, intelligent und fantasievoll. » A NOUS PARIS

« Die Regisseurin lüftet den Schleier mit frechem Humor. » 24HEURES

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« Eine echte Rarität. » FIGARO MAGAZINE

« Lustig und relevant – ein seltener Cocktail! » LE PARISIEN


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