Kinoimschlosshof
   

Die vierte Gewalt
Gewinner 2018 Bernerfilmpreis

Der Regisseur Dieter Fahrer wird anwesend sein. Im Anschluss an den Film gibt es die Möglichkeit, ihm zum 1. Platz beim Bernerfilmpreises zu gratulieren und Fragen zu stellen.

"Ich bin ohne Medien aufgewachsen, nur die Zeitung lag täglich auf dem Tisch. Und heute? Das Internet hat alles verändert: News sind gratis verfügbar. Doch weil wir nicht mehr zahlen wollen, ist die Unabhängigkeit der Medien in Gefahr. Der Einfluss der Werber und der Politik nimmt zu, und Journalismus als Ganzes wird diffamiert: Lügenpresse, Fake News...
Sind die JournalistInnen wirklich so schlecht wie ihr Ruf? Ich begleite sie im Alltag, sehe sie kämpfen, sich anpassen, und ich tue das, was auch sie tun: Ich beobachte und frage, befrage auch mich selbst. Auch ich bin im Internet zu Hause, bin ein «User« - und werde «ge-used»." DF

Seit der Erfindung des Internets hat sich die Medienlandschaft grundsätzlich verändert: Nachrichten sind in unendlicher Fülle überall und jederzeit verfügbar – das Meiste erst noch gratis. Und weil immer weniger Leute gewillt sind, für Qualitätsjournalismus zu bezahlen, stehen die Redaktionen unter Druck: Stellenabbau und journalistischer Einheitsbrei sind nur zwei der gravierenden Folgen. Das Vertrauen in die Journalistinnen und Journalisten hat arg gelitten: «Lügenpresse», «Fake News», «Staatsmedien», «Filterblase» sind Wertungen und Phänomene, die den Journalismus unserer Tage erschüttern. Die Kritik am Journalismus hat gute Gründe, aber sie hat auch System, weil politisch und wirtschaftlich interessierte Kreise ihre Ziele in einem Klima der Verunsicherung noch besser durchsetzen können. Die Unabhängigkeit der Medien ist in Gefahr. Nicht nur in der Türkei oder in Polen, auch in der Schweiz.

Doch sind die heutigen Journalistinnen und Journalisten tatsächlich so schlecht wie ihr Ruf? In diesem Film begleiten wir sie im Alltag, sehen wie sie kämpfen, wie sie sich anpassen müssen. Der Regisseur tut das, was auch sie tun: Er beobachtet, fragt und hinterfragt – auch sich selbst. Dieter Fahrer begleitet in seinem neusten Film Medienschaffende des «Bund», der Radiosendung «Echo der Zeit» und des Newsportals Watson und denkt über den Wandel des Journalismus nach. Der Film nimmt uns auch mit auf eine sehr persönliche Reise des Filmautors, der in seiner Schulzeit noch mit Schreibfeder und Tintenfässli kämpfte, und sich dann, wie wir alle, zum digitalen User entwickelte: Ein cineastische Biografie zwischen Faszination und Misstrauen

Der 1958 geborene Berner Regisseur, Kameramann und Produzent ist als Autor von einfühlsam erzählten, zeitaufwendigen Dokumentarfilmen bekannt. So näherte er sich in «Thorberg» (2012) dem Thema Strafvollzug, für die Altersheimstudie «Que sera?» erhielt Fahrer 2004 den Berner Filmpreis. Als Produzent trat Fahrer etwa bei Simon Baumanns «Zum Beispiel Suberg» in Erscheinung.  Jetzt hat er wiederum den Berner Filmpreis gewonnen.


Drehort: Schweiz 2018
Laufzeit: 98 Minuten
Verleih: Fair & Ugly
Regie: Dieter Fahrer
Musik: Philipp Moll
Dialekt, D/df
Altersfreigabe: 12/14


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