Kinoimschlosshof
   

 

Rosalie Blum
Eine Wundertüte voller Überraschungen

Sie teilen sich denselben Wind, und doch ist es nicht das Gleiche. Rosalie Blum sitzt auf einem Hügel fern der Stadt, die blonden Haare verweht, sie starrt stumm ins Leere. Auf einer zweiten Bank im Hintergrund sitzt Vincent, er schaut Rosalie an, sein grüner Schal flattert, seine grosse Sonnenbrille soll sein Gesicht verbergen - er ist Rosalies heimlicher Verfolger.

Warum er ihr folgt, weiss er selbst nicht so genau. Der graue Alltag des Coiffeurs Vincent Machot bewegt sich zwischen dem vom Vater geerbten Salon, seiner Katze und seiner dominanten Mutter. Vincent kennt sein Leben in- und auswendig. Es ist ein einfaches und ruhiges Leben – bis zu jenem Herbsttag, als sich alles zu ändern beginnt: Im Quartierladen trifft er auf Rosalie. Rosalie Blum ist eine Frau, die Vincent auf beinah unheimliche Weise vertraut vorkommt. Er ist überzeugt, ihr schon einmal begegnet zu sein. Doch er kann sich nicht erinnern wo. Vor lauter Neugierde beginnt er, ihr überallhin zu folgen, um mehr über die mysteriöse Unbekannte herauszufinden. Er läuft ihr nach, bis zu ihrem kleinen Häuschen mit dem vollgekramten Vorgarten. In sie verliebt ist er nicht, glaubt er jedenfalls. So ganz sicher ist er sich da nicht, sicher fühlt er sich überhaupt nie. Aber mit ihr, hinter ihr zu spazieren, das bedeutet für ihn, unbekannte Ecken der Stadt kennenzulernen: auf Bahngleisen entlangbalancieren, ausländische Filme anschauen, aus dem Schatten ihren Chorproben lauschen, Whisky in Bars trinken, in die er sonst nie einen Fuss gesetzt hätte.

Bald merkt die Verfolgte, dass dieser Mann sie offenbar ausspionieren will – und so beauftragt sie ihre Nichte Aude, die Wege von Vincent ihrerseits diskret zu überwachen. Die erfolglose Studentin Aude ist froh um diesen Job und nimmt ihn so ernst, dass sie noch zwei Freundinnen anheuert. Schon bald ist der kriminalistische Spürsinn der Frauen geweckt; sie entwickeln immer kühnere Theorien und sehen sich schon als Heldinnen in einem bedeutenden Kriminalfall – während Vincent keine Ahnung hat, dass nun das Abenteuer seines Lebens beginnt.

In der Provinzatmosphäre und der romantischen Zeichnung der Figuren schimmert die aquarellierte Grundstimmung des gleichnamigen Comics von Camille Jourdy durch, der dieser Erstinszenierung von Julien Rappeneau als Vorlage für seine erste Regiearbeit diente. Die Perspektivenwechsel sorgen für erfrischende Spannungsmomente.

Mit Noémie Lvovsky ist die Titelheldin prominent besetzt, derweil der iranischstämmige Kyan Khojandi, bisher vor allem als Humorist im Fernsehen bekannt, in einer seiner ersten grossen Kinorollen sich als eigentliche Entdeckung dieser charmanten romantischen Komödie erweist.

«Mit seinem poetischen Realismus, seiner mit Melancholie bestäubten Atmosphäre erinnert dieses Feelgood-Movie an ‹Amélie› – und lädt ganz einfach dazu ein, sich glücklich zu fühlen.» (Laurent Djian, L’Express)

Drehort: Frankreich 2015
Laufzeit: 95 Minuten
Verleih: Praesens Film
Regie: Julien Rappeneau
Darsteller/innen: Noémie Lvovsky, Kyan Khojandi, Alice Isaaz, Anémone, Philippe Rebbot, Sara Giraudeau
OV/d
Altersfreigabe: 12/10

Der Comic
Pressestimmen

Trailer Original mit deutschen Untertiteln